Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt

Jonas Kaletsch am Meer in Port Elizabeth

Kinder und Jugendliche anregen, ihre vielfältigen Potentiale auszuschöpfen, ist das Ziel des Mainzer Entwicklungshilfevereins Masifunde und auch der Ev. Stiftung Arnsburg aus Lich. So vereinbarten beide Organisationen vor 2 Jahren eine Partnerschaft, in dessen Rahmen Projekte zur Ressourcenaktivierung durchgeführt werden. Das Besondere daran: Die Projekte finden jeweils in Südafrika und Deutschland statt und der Austausch über das Erlebte ermöglicht den Kindern und Jugendlichen Verständnis für globale Zusammenhänge, Toleranz für andere Kulturen, Selbstbewusstsein und Fremdsprachenkompetenz zu erlangen. Den Anfang machte das Projekt „34° South - 50 ° North- Connecting Continents" im vergangenen Jahr. Für drei Monate arbeitete damals Sindy Becker, duale Studentin der Ev. Stiftung Arnsburg beim südafrikanischen Masifunde-Team in Port Elizabeth, mit den südafrikanischen Jugendlichen per digitaler Fotografie an ihrer Lebenswelt und besprachen diese mit den deutschen Jugendlichen, die ebenso Fotos von ihrer Lebenswelt machten.

Nach dem erfolgreichen Ende des Fotoprojektes, dessen Ergebnisse in einer Wanderausstellung, die bereits auf den drei Kontinenten Europa, Afrika und Südamerika zu sehen war, vereinbarten die beiden Projektpartner eine längerfristige Zusammenarbeit. Personell wird das Projekt durch den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „Weltwärts" abgesichert, der es jungen Menschen ermöglicht, durch tatkräftiges Helfen, Engagement für die Welt zu übernehmen. Jonas Kaletsch ist nun der erste Freiwillige, der nach Südafrika geflogen ist, um dort verbindende Projekte zwischen Heranwachsenden aus Lich und Port Elizabeth durchzuführen. Voller Vorfreude aber auch mit ein paar Fragezeichen, wie der 22jährige mit der Kulturveränderung, den südafrikanischen Kindern und Jugendlichen sowie dem Linksverkehr zu Recht kommen wird, bestieg der Reiskirchener Mitte Oktober das Flugzeug Richtung Süden.

Vor Ort im Walmer Township erwarten ihn vielfältige Aufgaben. So soll er im dortigen Bildungszentrum, die Heranwachsenden durch Hausaufgabenhilfe, Bildungs- und Freizeitangeboten fördern, damit diese den „Teufelskreis der Armut irgendwann durchbrechen können", so Jonas Kaletsch. Neben der täglichen Arbeit soll er vor Ort einen Raum mit PCs, Internetanschluss und weiteren Medien aufbauen, der den Heranwachsenden den Zugang zur Welt ermöglicht. Erfahrungen zum Aufbau eines solchen Medienraumes sammelte Kaletsch während seines Zivildienstes in Köln-Porz sowie während seines Praktikums im Wissens- und Kompetenzcenter der Ev. Stiftung Arnsburg, die einen solchen Raum für ihre Kinder- und Jugendlichen betreibt und der bei den Heranwachsenden sehr beliebt ist. Wichtig wird dieser Medienraum vor allem im Rahmen des geplanten Partnerprojektes.

„Wir wollen Ende 2011 zusammen mit Kindern und Jugendlichen aus Deutschland, Kolumbien und Südafrika ein Kochbuch rausbringen, in dem die Heranwachsenden typische Nationalgerichte, Zutaten und Speisen vorstellen", so der 22jährige auf Nachfrage über das neue Partnerprojekt. „Und das Kochbuch ist nur das Ende des Projektes", so Kaletsch weiter. Im Rahmen des neuen Partnerprojektes werden sich die Teilnehmer mit ihrer eigenen Ernährung beschäftigen und Neues über andere Esskulturen auf drei verschiedenen Kontinenten lernen. Gemeinsam werden Rezepte gesammelt, diese ausprobiert und in Livekochevents per Internetvideoschaltung zusammen mit den Heranwachsenden aus den anderen Ländern gekocht. Kommuniziert wird während des Projektes über ein soziales Netzwerk, welches eigens hierfür gegründet wurde und den Heranwachsenden die Möglichkeit gibt, problemlos auch über weite Distanzen Freundschaft zu schließen. Jonas Kaletsch freut sich auf seinen neuen Lebensabschnitt und die neuen Erfahrungen, die er sicherlich im Rahmen seines 2011 beginnenden dualen Studiums bei der Ev. Stiftung Arnsburg einbringen wird.

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