ESTA setzt Jahresziel „Verwirklichung von Partizipation" um

Gemäß der Bertelsmann-Stiftung fördert Partizipation positiv die Persönlichkeitsentwicklung, unterstützt die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und steigert das Verantwortungsgefühl. Partizipation ermöglicht selbstverantwortliches Handeln und die eigenständige Bearbeitung von Problem- bzw. Fragestellungen sowie die Suche nach Lösungen. Außerdem stärkt es demokratisches Bewusstsein, ein Kernpfeiler europäischer Gesellschaften.

Anfang 2013 konnte die Ev. Stiftung Arnsburg mit der regelmäßigen Aufnahme der Arbeit der Kinder- und Jugendvertretung die Umsetzung von Partizipationsstrukturen, welche auf einem Strategieworkshop der Leitung entwickelt wurden, in der Einrichtung abschließen.

Folgende Partizipationsbausteine wurden in den letzten 12 Monaten von Kindern, Jugendlichen und sozialpädagogischen Fachkräften entwickelt und eingeführt:

  • Die Kinder- und Jugendvertretung, bestehend aus Delegierten aller Gruppen, die alle zwei Monate tagt und die Interessen aller Bewohner vertritt. Eine eigene Satzung gibt ihr Struktur und Handlungskompetenz
  • Die Gruppenversammlungen, in denen wichtige Angelegenheiten zwischen Fachkräften und Kindern besprochen und die Bewohner am Gruppenentscheidungen, wie Urlaub, Anschaffungen oder Regeln, beteiligt werden
  • Informationsbroschüren, die Kinder, Jugendliche, Sorgeberechtigte und Fachkräfte über die Rechte der Bewohner sowie die Partizipationsmöglichkeiten in der Stiftung aufklären
  • Ein Beschwerdesystem, durch das Anliegen und Kritik der Bewohner ernst genommen und Klärung herbeigeführt wird
  • Eine Partizipationsstelle, die als Dienstleister die Kinder- und Jugendvertretung unterstützt, das Beschwerdesystem betreut und Fortbildungsangebote organisiert und durchführt

„Beteiligte Kinder und Jugendliche fühlen sich gesellschaftlich ernst genommen. Wir wollen, dass sie zu Gestaltern und nicht zu Verwaltern ihres Lebens werden", so Sindy Becker, die projektverantwortliche Sozialpädagogin der Stiftung über das Ziel der Partizipationsmaßnahmen.

Zufrieden ist die 25jährige Fachkraft auch mit den bisherigen Entwicklungen, bei denen Kinder, Jugendliche, Leitung und Fachkräfte Hand in Hand zusammen arbeiteten. So hat bis heute jede Gruppe ihre Sprecher gewählt, es finden regelmäßige Gruppenversammlungen statt, die Sprecher treffen sich zu Sitzungen der Kinder- und Jugendvertretung, besprechen dort ihre Anliegen, wie zuletzt das Thema Privatsphäre im Internet. Zudem konnten Ende 2012 die Informationsbroschüren über Kinderrechte und Beteiligungsstrukturen in der Stiftung in Druck gehen. Nun gilt es die implementierten Strukturen am Leben zu halten und die beteiligten Personen regelmäßig zu motivieren und fortzubilden. „Mit diesen engagierten Vorsitzenden aber ein leichtes Unterfangen", so Becker abschließend. 

 

 

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