Kennen die südafrikanischen Kinder eigentlich Pizza?

Hierfür wurde am Donnerstag in der Multifunktionshalle der ESTA mit der Methode „World cafe“ und Fragen wie „Welche Werte sind im Umgang miteinander wichtig?“, „Wie befähigen wir unsere Kinder für eine Welt von morgen?“ und „Was macht unseren Planeten ESTA wertvoll?“ ein Sternencafe veranstaltet – schließlich war das Ziel nach den Sternen zu greifen und Perspektiven für die ESTA, deren Mitarbeiter und Hilfen zur Erziehung zu entwerfen.

Der Großteil der Mitarbeiter folgte dem Aufruf und stellte sich den Fragestellungen unter Anleitung der Beraterfirma congenial. Möglich war dieses durch eine Projektfinanzierung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Europäische Union und dem Europäischen Sozialfonds für Deutschland im Programm „unternehmesWert: Mensch“.

„Viel Spaß machte das Programm heute und war damit auch schon ein Stück Gesundheitsförderung“ befand Frank Lehner, Fachbereichsleiter der ESTA. Der Vorstand, Fabian Scharping ergänzte: „Wegen der großen Resonanz, vieler guter Ideen und der tollen Mitarbeit aller Menschen, die in der ESTA angestellt sind, wartet eine Menge Arbeit bei der Auswertung der Ergebnisse.“ So sollen beispielsweise aus dem Gesammelten konkrete Führungsleitlinien abgeleitet werden, so dass eine Nachhaltigkeit garantiert ist.

Südafrika machte den Anfang- Lich zog einen Tag später nach

Am Montag startete mit einem ersten Treffen der Teilnehmer in Port Elizabeth das gemeinsame Fotoprojekt zwischen Masifunde Bildungsförderung e.V., die finanziell benachteiligte Kinder in südafrikanischen Townships durch Bildungsprogramme fördern, und der Evangelischen Stiftung Arnsburg. Während des ersten Treffens in Port Elizabeth stellte Sindy Becker, eine im Rahmen eines gegenseitigen Austauschprogramms für drei Monate nach Südafrika entsandte Stiftungsmitarbeiterin, den südafrikanischen Teilnehmern das gemeinsame Fotoprojekt vor und bearbeitete Steckbriefe, damit die Licher Teilnehmer wissen, wer ihnen einen exklusiven fotografischen Einblick in ihr Leben gibt. Einen Tag später zogen die Licher Teilnehmer nach. Im dortigen Wissens- und Kompetenzcenter erhielten die Teilnehmer ebenso einen Einblick in den Ablauf und die Idee des Projektes, erstellten ihre Steckbriefe und widmeten sich dem ersten inhaltlichen Thema.

 

Auf Bäumen sitzen, im Bett liegen und auf der Couch lümmeln

„Was sind eure Lieblingsplätze?“, fragte Jaclyn vom Wissens- und Kompetenzcenter die Anwesenden. Nach kurzer Bedenkzeit sprudelte es aus ihnen heraus. Auf Bäumen sitzen, im eigenen Sessel relaxen, im Bett liegen oder auf der Couch lümmeln waren nur einige der vielen geäußerten Antworten. In den Antworten wurde deutlich, dass Ruhe und die Möglichkeit zum Rückzug für die Heranwachsenden sehr wichtig ist und dass es den einen einzigen Lieblingsplatz nicht gibt, sondern dieser sich je nach Jahreszeit, Alter und Stimmung verändert. Im Anschluß an dieses Brainstorming sollten die Anwesenden einschätzen, ob einige Lieblingsplätze typisch deutsch oder auch vielleicht auch afrikanisch sind. Der Pferderücken, das Bus- und Bahnfahren sowie das Bett wurden von den Anwesenden als typisch deutsch eingeschätzt.

 

Fotos geben einen Einblick in die Lebenswelt auf zwei verschiedenen Kontinenten

Aus den genannten Lieblingsplätzen gestalteten sich die Fotomotive, welche als Abschluss des ersten Projekttages geschossen wurden. So posierten die Stiftungsbewohner auf einem Apfelbaum, einer Schaukel, einem blauen Sofa oder in einer selbstgebastelten Höhle im eigenen Zimmer. Diese Fotos werden nun für die südafrikanischen Kinder im Internet veröffentlicht. Mit Spannung erwarten die Teilnehmer die Fotos der Lieblingsplätze vom Südrand des afrikanischen Kontinents. Auch können die 10 -16jährigen kaum die Antworten, auf die im Laufe des Vormittags entstandenen Fragen, abwarten: Wissen südafrikanische Kinder, was eine Pizza ist, legen sie sich einfach mal so zum Relaxen ins Bett und gibt es die großen Fastfood-Ketten auch südlich des Äquators?

 

Freundschaften können entstehen

Neben dem Einblick in die jeweilige Lebenswelt von Kindern- und Jugendlichen auf zwei sehr unterschiedlichen Kontinenten und der Erstellung eines Kalenders mit ausgewählten Fotos, sollen durch die Kooperation zwischen der Evangelischen Stiftung Arnsburg und Masifunde e.V. Freundschaften zwischen Heranwachsenden der Nord- und Südhalbkugel ermöglicht werden, welche durch E-Mail-, Chatkontakte sowie durch eventuelle gegenseitige Besuche aufrechterhalten werden. Weiterhin können die deutschen Teilnehmer ganz nebenbei noch ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessern, da die Kommunikation während der drei Monate komplett in Englisch abläuft. Die notwendige Unterstützung erhalten sie hierbei durch die Mitarbeiterinnen des Wissens- und Kompetenzcenters.

 

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