Neuer Geschäftsführer in der Ev. Stiftung Arnsburg

Lich (us). » Die Ev. Stiftung Arnsburg (ESTA) in bietet rund 100 Kindern zwischen drei und 18 Jahren, die besonderer Förderung und Betreuung bedürfen, ein Zuhause oder zumindest einen Anlaufpunkt. Seit gut drei Monaten steht die Einrichtung unter neuer Leitung. Fabian Scharping hat als geschäftsführender Vorstand das Ruder übernommen.

Die ESTA, 1846 als »Kinderrettungsanstalt« in Kloster Arnsburg gegründet, gehört zu den ältesten diakonischen Einrichtungen ihrer Art in Hessen, berichtet Dr. Christiane Solms, die Vorsitzende des Stiftungsrats. In den 1960er Jahren zog das Kinderheim Arnsburg, wie es später hieß, an die Höhlerstraße in Lich um. Dort hat sich in den zurückliegenden Jahren unter Regie des verstorbenen Vorstands Reiner Philipp viel getan. Das gilt für die Gebäude und das Gelände genauso wie fürs Konzept. Sechs Wohngruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, zwei Tagesgruppen in Lich und Hungen und ambulante Hilfen bieten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien Unterstützung. Die kann ganz unterschiedlich aussehen: von der Rund-um-die Uhr-Betreuung in einer stationären Wohngruppe bis zum gelegentlichen Beratungsgespräch.

Zum Lernen ermutigen 

Ergänzt werden die klassischen Hilfen zur Erziehung durch das Wissens- und Kompetenzcenter, das nicht nur eine Bibliothek, verschiedene Mitmach-Projekte oder auch Nachhilfe anbietet, sondern auch internationale Kontakte knüpft und prägt. Gerade diese Ermutigung zu freiwilligem und interkulturellem Lernen hat Scharping, wie er sagt, besonders gereizt. Das möchte er pflegen und weiterentwickeln. Und so kam der Volljurist aus Hamburg, der in seiner Heimatstadt einen Jugendtreff in einem Problemviertel geleitet hat, nach Hessen.

Die vergangenen drei Monate hat der 43-Jährige vor allem dazu genutzt, sein neues Arbeitsumfeld und die Menschen kennenzulernen: natürlich Kinder, Jugendliche, ihre Familien und die Mitarbeiter, aber auch Ansprechpartner bei Behörden und Kooperationspartnern. Und nicht zuletzt die Nachbarschaft, für die eigens ein Kennenlern-Café organisiert wurde. Wie gesagt: Um ein Kind zu erziehen, braucht man ein ganzes Dorf. Der Terminkalender war in den vergangenen Wochen gut gefüllt. Höhepunkte waren das Sommerfest mit einer großen Aufräum-Aktion vorneweg, eine Fahrt mit den Kindern zur »Nacht der Museen« in Frankfurt und ein Konzert der von Yehudi Menuhin gegründeten Organisation »Live Music Now«.

Das Projekt »Connecting Continents«, das Jugendliche aus Lich in den vergangenen Jahren mit Gleichaltrigen aus Südafrika verband, möchte der neue Vorstand pflegen und, wenn möglich, gerne ausbauen. Dabei richtet er den Blick nach Südamerika; in Ecuador hat Scharping selbst eine Zeit lang gelebt und gearbeitet. 

Bei allen Aktivitäten gehe es letztlich darum, den Kindern einen guten Weg in die Zukunft zu bereiten und ihnen nach Möglichkeit die Rückkehr in die Familie zu ermöglichen. Deswegen arbeite man auch kontinuierlich mit den Eltern. »Wir machen uns mit unserer Arbeit nicht überflüssig«, sagt Scharping in Anbetracht steigender Kosten für die Jugendhilfe. Obwohl es immer weniger Kinder gebe, sei die Zahl der stationären Heimplätze gleich groß geblieben. »Der Bedarf ist leider immer da.«

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