Nicht Alles muss in die Tonne

Südafrikanische und deutsche Heranwachsende beschäftigen sich im Rahmen eines interkulturellen Projektes spielerisch mit dem Thema Umweltschutz. Jede Woche müssen die Teilnehmer Aufgaben zu den Themen ressourcenschonendes Verhalten, Mülltrennung und –vermeidung lösen und ihre Ergebnisse den Teilnehmern auf dem andern Kontinent präsentieren

Interkulturelle Projekte fester Bestandteil des Stiftungslebens

Bereits seit 2009 führen Kinder und Jugendliche der Ev. Stiftung Arnsburg in Lich und Heranwachsende von Masifunde Bildungsförderung e.V. aus Port Elizabeth in Südafrika im Rahmen der „Connecting Continents“-Reihe gemeinsam interkulturelle Projekte durch. Spielerisch erforschen die beiden Gruppen im Rahmen dieser Projekte ihr eigenes Umfeld und tauschen sich per Videotelefonie, mittels Emails oder Fotos über Unterschiede aber vor allem Gemeinsamkeiten aus. Nach einem gemeinsamen Fotoprojekt, einer binationalen Jugendbegegnung, einem Koch- und Ernährungsprojekt sowie der spielerischen Schatzsuche „Dr. Moe“, steht dieses Jahr das Thema Umweltschutz auf der Agenda.

Ressourcenschonendes Verhalten als Ziel

Wie die endlichen Ressourcen der Erde geschont werden können, lautet die Kernfrage des diesjährigen „GreenTrashure“-Projektes, das 25 Heranwachsende Kontinent übergreifend begeistert. Wöchentlich beschäftigen sich die 8 bis 13jährigen mit dem Thema Umweltschutz. Jede Woche gilt es für die jungen Umweltschützer eine Aufgabe zu lösen, die Ergebnisse in das andere Land zu schicken und im Anschluss darüber in Englisch zu diskutieren. Anfang Januar wurde zum Beispiel  das Thema Umgang mit Müll in Südafrika und Deutschland bearbeitet. Als Aufgabe mussten die Teilnehmer ein Video zu diesem Thema produzieren, welches dem anderen Land einen Einblick in Mülltrennung und Müllvermeidung gegeben hat. Eine andere Aufgabe, zwei Wochen später, ließ die jungen Forscher das eigene Wegwerfverhalten reflektieren. Was muss man wo wegschmeißen, was sind schwer abbaubare Stoffe und was baut sich spielend leicht ab, waren die Leitfragen für die Teilnehmer. Geübt wurde an Mülltonnen in den jeweiligen Einrichtungen. Neben der Reflektion des eigenen Verhaltens wurden auch Verbesserungsideen für die Einrichtungen erarbeitet.

Nicht Alles muss in die Tonne

Die Aufgabe aus der letzten Woche beschäftigte sich mit der Frage, ob wirklich alles, was man wegschmeißt, keinen Wert und keine Verwendung mehr hat. Nein, lautete die eindeutige Antwort der Teilnehmenden, denn aus dem gesammelten Müll wurde eine Collage erstellt. Als Motiv diente dabei eine Landschaft aus dem jeweils anderen Land, welche per E-Mail übermittelt wurde. Die Kunstwerke sind seit dieser Woche in den Verwaltungen der Stiftung in Lich und von Masifunde in Port Elizabeth zu bewundern. „Wir wollen mit diesem Projekt nicht nur ein Bewusstsein gegen Umweltverschmutzung bei den Heranwachsenden schaffen, sondern wir wollen auch das kreative Potential junger Menschen sowie die Toleranz gegenüber anderen Kulturen fördern“, so Sindy Becker die Koordinatorin auf deutscher Seite. „Wenn jeder deutsche und südafrikanische Teilnehmer in Zukunft nur ein bisschen ressourcenschonender handelt und Freunde, Verwandte oder Bezugspersonen ein klein wenig damit ansteckt, haben wir unser Ziel schon erreicht“, so Gunar Geitel, dualer Student der Ev. Stiftung Arnsburg, ergänzend. Das Projekt endet im Juli 2013. Einer der kommenden Höhepunkte des Projekts ist eine Exkursion zu einer Mülldeponie.

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