„Uns treibt der Gedanke an, dass unser Handeln ein wichtiger Beitrag für die Gerechtigkeit in der Welt ist, der Benachteiligungen abbaut und Teilhabe garantiert.“ (aus: Leitbild der ESTA)

Praxisfachtag am 23.07.2015 in der ESTA

Die ESTA versteht Partizipation als wesentlichen Grundpfeiler der Demokratie und als ein Erprobungsfeld für junge Menschen, Verantwortung  für sich und für die Gesellschaft zu übernehmen. Die Mitarbeitenden der ESTA setzen sich in ihrem pädagogischen Handeln dafür ein, dass die jungen Menschen in der Entwicklung ihrer Ressourcen, Kompetenzen und Zukunftsvorstellungen so gefördert werden, dass sie aktiv an dem Leben in der Gesellschaft teilhaben können und wollen. Sie haben einen Anspruch auf Teilhabe und darauf, Gestalter ihrer Lebensprozesse in einem demokratischen Sinne zu sein.

Aber wer bestimmt eigentlich, wie die Thematik „Partizipation“ in der Jugendhilfe gelebt wird? Wie genau werden die Prozesse Beteiligung und Beschwerde und vor allem von wem gestaltet?
Die Kinder- und Jugendvertretung sowie die PädagogInnen der ESTA beschäftigen sich seit einiger Zeit mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche in die Personalauswahl einbezogen werden können und sollen. Sie verbringen schließlich Lebenszeit mit den Menschen, die in der ESTA arbeiten- haben sie nicht dadurch schon per se ein Recht auf Mitentscheidung? Sind sie damit vielleicht aber auch überfordert? Was benötigen junge Menschen, um den Prozess der Personalauswahl mitgestalten zu können? Ab welchem Alter können Kinder einbezogen werden?

Gemeinsam hatte sich ein höchst interessiertes Fachpublikum sowie Heimratsberater, VertreterInnen des Landesheimrates und Jugendliche der Kinder- und Jugendvertretung der ESTA an dem Praxisfachtag „Partizipation bei der Personalauswahl“ mit dieser spannenden Fragestellung beschäftigt. Die Grußworte von Herrn Dr. Peter, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration und Herrn Starzacher als Vertreter und Vorsitzender des Licher Bildungsbeirates beschäftigten sich mit den Fragen: was kann, was darf und was muss Partizipation von Kindern und Jugendlichen beinhalten. Als kompetente und fesselnde Referenten widmeten sich Frau Sylvia Löffler, Kinderschutzbund Gießen und Dr. Remi Stork, Diakonie Rheinland – Westfalen - Lippe den Themen „Partizipation bei der Personalauswahl – Haltungen, Konzepte und Verfahren“ (Dr. Stork) und „Kinderrechte: mitwirken, mitbestimmen, selbstsicher werden – für Kinder ab 4 Jahren – Nebenwirkungen sind erwünscht! Erfahrungen aus der Praxis“ (Fr. Löffler).

In den Workshops am Nachmittag gab es die Möglichkeit, individuelle Fragestellungen zu Themen des Vormittags zu bearbeiten und über Ideen zur Umsetzung der Theorie in die Praxis zu diskutieren.

Fabian Scharping, Vorstand der Ev. Stiftung Arnsburg, dankte mit seinen abschließenden Worten den Referenten, dem Fachpublikum sowie Andreas Berends von Congenial, der den Fachtag moderierte und die Abschlusspräsentation vorstellte.
„Ich denke, uns allen ist heute noch einmal deutlich geworden, wie spannend und lohnend es ist, sich mit dem Thema Partizipation in der Kinder - und Jugendhilfe zu beschäftigen. Wir jedenfalls freuen uns, wenn es mit diesem Fachtag gelungen ist, fantasievoll, kreativ und mit Lust und Freude neue Ideen zur Partizipation im pädagogischen Alltag gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zu entwickeln und umzusetzen.“

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